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Aggressionstraining

Umgang und Erfahrungen mit Aggression

Pädagogen und Eltern fühlen sich zunehmend aggressiven Kindern und Jugendlichen gegenüber hilfslos. Aus Ohnmacht und Hilflosigkeit wird zu alten Mitteln, wie strengere Erziehung und bessere Medikamente gegriffen, die Symptome beseitigen sollen. Angst und Aggression bleiben in der Verdrängung, doch unverstandene Angst lähmt und macht hilflos. Ungelenkte Aggression wird zur Gewalt. 
Durch die Verdrängung der „negativen" Gefühle wird gleichzeitig die Lust und Freude am Leben unterdrückt. Dies drückt sich u.a. in Antriebsarmut, bzw. unkontrollierter Gewalt aus. 
Ungelebte Lust und Freude sucht nach Ersatz und wird oft zur Sucht. Kinder und Jugendliche sind dadurch suchtgefährdet. 
Hilfen zur Konfliktbewältigung und Kommunikationstraining sind notwendige Maßnahmen um Drogenmißbrauch, Gewalt und Ängste zu vermindern. Dadurch können destruktive Auswirkungen vorgebeugt werden. 

Viele Menschen haben Angst vor ihrer Aggression. Sie verurteilen dieses Gefühl, meinen, daß es schlecht und falsch sei, und fürchten von anderen für dieses Gefühl verurteilt zu werden. (Diese Angst resultiert aus Erfahrungen, die sie in ihrer Kindheit gemacht haben.) 

Jeder hat ein Recht auf seine Aggression. Es ist wichtig, den Kindern und Jugendlichen zu vermitteln, daß sie nicht "böse" sind, wenn sie aggressiv sind. Kinder und Jugendliche können üben, ihre Aggression angemessen auszudrücken. Nur durch eine offene Konfrontation und Unterstützung können Kinder und Jugendliche aktiv und konstruktiv etwas, an den sie aggressiv machenden Lebensumständen und Einzelsituationen ändern. 

Sie haben vielleicht auch Angst davor, daß ihre Aggression sie überwältigen könnte, wenn sie sich erstmal öffnen würden. Doch nur wenn sie ihre Aggression unterdrücken, und wenn sie sich weigern mit ihr umzugehen, gerät sie außer Kontrolle. 

Unter der Aggression liegt immer der Schmerz verborgen. Die meisten Menschen haben in ihrer Kindheit schmerzvolle Erfahrungen gemacht und haben gelernt diesen Schmerz nicht zu fühlen. Aber die Gefühle sind nicht verlorengegangen, sie leben und wirken in Leib und Seele weiter. 

Vielleicht wurde auch körperliche, sexuelle oder seelische Gewalt erlebt. Dann war nicht nur die Machtlosigkeit, des sich nicht schützen können spürbar, sondern auch, daß die Aggression nicht offen gezeigt werden durfte. Und wenn sie gezeigt wurde, folgte darauf oftmals noch weitere Mißhandlung. 

Geschlechtsspezifische Orientierung

Auch heute noch bestimmen Geschlechtsrollen-Klischees das Verhalten von Frauen und Männern, den Umgang miteinander. 
Der typische, dem männlichen Rollenklischee entsprechende Junge ist hart gegen sich und andere. Seine Gewalt richtet sich in erster Linie gegen Frauen und Mädchen, aber auch gegen andere Jungen - und auch immer gegen sich selbst. 
Aber welcher Junge ist schon immer stark, hart, aktiv? Welcher Junge weint nie ...? 
Trotzdem werden diese Bilder immer wieder aufs Neue vermittelt, von Kind auf. Welcher Mechanismus wirkt da? 

Präventive Jungenarbeit sollte möglichst frühzeitig traditionelle Männlichkeitsbilder in Frage stellen und eine Erweiterung des Erlebnis- und Verhaltensrepertoires von Jungen ermöglichen. 

Eine Erkenntnis unserer Arbeit ist, daß jeder Junge das entsprechende Potential und die Neugier auf eine solche Erweiterung in sich trägt. Es kommt aus pädagogischer Sicht darauf an, die Jungen an möglichst vielen Orten, in Schule, Jugendfreizeitheim usw. zu dieser Entdeckungsreise zu ermutigen. 

Jungen stehen dabei allerdings folgenden Problemen gegenüber:

Sie wissen eigentlich nicht, was das ist: „Ein Mann werden...". 

Sie machen sich allerdings verzweifelt auf die Suche danach, denn eins dürfen sie auf keinen Fall: „Kein Mann werden". 

Wenn sie es geschafft haben, als „echter Kerl" zu gelten, gibt es ein paar Probleme: 

Der „Titel" cooler Kerl ist immer nur auf Zeit verliehen; eine falsche Handlung und man ist draußen. Dann gilt man(n) als uncool.

Coole Kerle werden immer nur in einem bestimmten Umfeld bewundert: Bloße körperliche Stärke wird auf der Straße als Fähigkeit zum Überleben bewundert, in der Schule aber sanktioniert. 

Je nach Schicht, Religion und Herkunft ist „Männlichkeit" mit Idealen wie „Ehre" und „Treue" verbunden, die in anderen Situationen längst an Bedeutung verloren haben. 

KARA - Karin Ahrens - Ralf Ahrens - Tel 04841/871402 - Husum

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