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GestaltpädagogikDie Gestaltpädagogik könnte mit Hilfe des Denkmodels der Gestalttherapie (Fritz Pearls) und der humanistischen Psychologie einen Weg zeigen, wie diese Forderungen verwirklicht werden könnten. Gestaltpädagogik fördert die Selbstverantwortung und stellt sich gegen die Entpersönlichung mit ihrem Hang zur Lebensferne und zur Überbetonung des Wissens und des Intellekts. In der Gestaltpädagogik sind die Bedürfnisse der ErzieherInnen / LehrerInnen genauso wichtig wie die der Kinder. Nach O.A. Burow ist Gestaltpädagogik ein Sammelbegriff für pädagogische Konzepte, die sich weitgehend an den theoretischen und praktischen Vorstellungen der Gestalttherapie und der Gestaltpsychologie orientieren. Im Mittelpunkt steht der Mensch. Ihm versucht die Gestaltpädagogik gerecht zu werden, indem sie: - Lehren und Lernen als Begegnung, als Kontakt zwischen Individuen, Gestalten und Ganzheiten betrachtet. - Neue integrierende Methoden und Techniken des Umgangs mit sich selbst, mit der Gruppe und mit dem Thema entwickelt. Die Ebenen des Denkens, Fühlens und Handelns werden ganzheitlich berücksichtigt. - Wachstumsprozesse des Menschen durch die Freiheit des Handelns und durch die Übernahme der Verantwortung für das eigene Tun unterstützt. Zwischenmenschliche Interaktionsprozesse bilden den Hintergrund für die Vermittlung von Bildungsinhalten und für das Erschließen von Wissen. Dieser Hintergrund ist wichtig, denn Kommunikations-störungen, unerledigte Handlungen, störende und nicht bearbeitete Gefühle, persönliche Verletzungen, Beziehungsprobleme in der Klasse / zur Lehrkraft können die Aufmerksamkeit beeinträchtigen und das Lernen behindern bzw. verhindern. Nur das selbst-erarbeitete Wissen bleibt bestehen und dient der Selbstverwirklichung. Ein Lernen, ein Erschließen von Wissen ist nur dann möglich wenn Kontaktprozesse, emotionale Prozesse und zwischenmenschliche Begegnungen unterstützt und gefördert werden. Gestaltpädagogik verschreibt sich dem "Hier und Jetzt Prinzip", d.h. Erleben, Gefühle, Bedürfnisse und Begegnungen der Gegenwart sind von entscheidender Bedeutung. Nicht die Art und Weise des Streits zwischen Eltern / Kind, LehrerIn / SchülerIn von gestern ist erzieherisch relevant, sondern die Gefühle, Gedanken, Bewertungen und Spannungen, die dieser Streit jetzt noch auslöst, sind in der Erziehung aufzugreifen. Da jeder Mensch das Bedürfnis nach Selbstständigkeit und Selbstverwirklichung hat, bedarf es keiner weiteren Motivation zum Lernen. Es ist daher sehr wichtig, daß dieses natürliche Streben durch Lehrpläne nicht behindert wird. Gestaltpädagogik will nicht das "offizielle Wissen" außer Kraft setzen, sondern sie will nur die Störungen und die Kontaktunter-brechungen ernst nehmen und sie im Dialog, durch Gespräch, durch Bewegung und Spiel soweit bearbeiten, bis die Kontaktfähigkeit zum "Lernstoff" wiederhergestellt wird. Je mehr es gelingt den Menschen (SchülerIn) in seiner Ganzheit-lichkeit anzuerkennen, desto kreativer und wachstumsfördernder verlaufen die Lernprozesse. Da es nach der Gestaltpsychologie kein "objektives", "wahres" und zu verallgemeinerndes Wissen gibt, sondern sich jeder Mensch seine eigene Welt konstruiert und sein Wissen schafft, ist eine Vermittlung von Bildungsinhalten ohne Herstellung des persönlichen Bezugs sinnlos. Lebendiges Lernen ist nur möglich, wenn der Mensch als Körper-Geist - Seele - Einheit zugelassen wird. Prinzipien und Methoden der Gestaltpädagogik,durch Fragen kurz erläutert - Hier und Jetzt Prinzip ( Was geschieht hier? Was erlebe ich jetzt?) - Das Prinzip der Konzentration auf den Kontakt ( Wie begegne ich dir? Wie gehe ich mit dem Stoff um?) - Das Prinzip der Freiwilligkeit ( Bin ich bereit mitzumachen?) - Das Prinzip der Förderung der Bewußtheit ( Kann ich meine Lebensbedingungen realistisch einschätzen? Ist mir bewußt, wie ich dabei bin?) - Das Prinzip der Verantwortlichkeit ( Habe ich meine Wahl getroffen? Trage ich die Verantwortung für mich?) - Das Prinzip der geschlossenen Gestalt ( Kann ich neue Erfahrungen vollständig verarbeiten? Gibt es keine "unerledigten Geschäfte"?) - Das Prinzip des Lernens durch Erfahrung ( Lerne ich reflexiv? D.h. kann ich neue Inhalte mit meiner Person verbinden und mit mir in Beziehung setzen? Welche Aktivitäten entwickle ich? ) Hilfreich sind dabei folgende Methoden:Entspannungsübungen, Bewegungsübungen > zur Einbeziehung des Körpers. Phantasiereisen und Meditationsübungen > zur Entfaltung des intuitiven, kreativen Bereichs. Rollenspiele > zur Verdeutlichung von Fähigkeiten und von Beziehung. Psychodrama nach Moreno > zum Erleben und Veranschaulichen von Gefühlen und Konflikten. Identifikationsübungen > zur Verdeutlichung von Kontakt und Grenze, von Ich und Du. Feedbackübungen > zur Förderung der Verantwortung und des bewußten Umgangs mit sich selbst. Symbolische Darstellung z.B. von Gefühlen wie Angst > um Abstraktes zu visualisieren. KARA - Karin Ahrens - Ralf Ahrens - Tel 04841/871402 - Husum |